Verbreitung der Megachile genalis


Megachile genalis ist in der Paläarktis von Spanien bis Japan verbreitet, in einem Bereich von 3° westlicher bis 145° östlicher Länge und 42° bis 60° nördlicher Breite (Karte 1, 20 KB). Nach de Lattin (1967) kann diese Verbreitung als eurosibirisch bezeichnet werden. Arten, die ein solches Verbreitungsmuster wie hier M. genalis besitzen, zählt de Lattin (1967) zu den sibirischen Elementen der arborealen Fauna. Dieses ist bei M. genalis, aufgrund der sehr sporadischen Funde im asiatischen Raum, schwer nachzuvollziehen. Die Häufung der Fundorte in einzelnen Gebieten spiegelt jedoch eher den Grad der Bearbeitung wieder, als das Fehlen der Art in anderen Bereichen. So liegen die meisten Fundortangaben aus Europa vor, aber selbst hier gibt es regionale Unterschiede. Es ist z. B. unwahrscheinlich, daß M. genalis nicht in Rumänien und in südlichen Bereichen Polens vorkommt (Karte 2, 19 KB).
Im Raum Halle/Saale (Deutschland, Sachsen-Anhalt) folgt die Verbreitung hauptsächlich dem Vorkommen der Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus L.). Die Kugeldistel wächst in der Umgebung von Halle/S. u. a. in mesotrophen Eichen-Hainbuchenwäldern, Röhrichten, wärmeliebenden Gebüschen, Hochstauden-Unkrautgesellschaften, Fettwiesen und kontinentalen Halbtrockenrasen (Högel 1990).
Eigene Untersuchungen zeigten, daß M. genalis nur Flächen mit kräftigen Exemplaren dieser Pflanzenart besiedelte, auf denen gleichzeitig ausreichend Asteraceen blühten. Eine Senke nahe Salzmünde präsentierte die einzige bekannte Fläche im Gebiet ohne geeignete Kugeldistelpflanzen. Die Blattschneiderbiene nistete hier in der Krausen Distel (Carduus crispus).

Die vertikale Verbreitung liegt in einem Bereich von ca. 30 bis 3000 m ü. NN. Von den meisten Fundorten ist keine Höhenangabe bekannt. In Deutschland wurde die Art in einer Höhe von ca. 30 m (Berlin) bis 670 m ü. NN (Bayern) nachgewiesen. Die Funde von Cretin (schriftl. Mitt. 1997) in Frankreich befinden sich in 800 bis 1100 m ü. NN. Dathe (1980) fing im Kaukasus ein Männchen von M. genalis in 1330 bis 1400 m Höhe ü. NN. Die Art wurde weiterhin im Aksu-Dzabaglinsk-Naturschutzgebiet Kasachstans in 1200 m ü. NN (Marikovskaya 1972) und in der Türkei in 1850 m ü. NN nachgewiesen (Özbek & v. d. Zanden 1994). Semakov (1991) nennt für Tadzhikistan ein Gebiet in einer Höhe von ca. 3000 m ü. NN.

M. genalis ist eine paläarktische Art mit eurosibirischer Verbreitung. In Europa meidet sie euozeanische Regionen, während sie in Asien bis an den Stillen Ozean vorkommt. Die Blattschneiderbiene wurde in der temperaten Klimazone nachgewiesen, wobei sich Einzelfunde in der borealen Klimazone befinden. Auffällig ist, daß M. genalis im Norden ihres Verbreitungsgebietes in der planar-collinen Höhenstufe vorkommt und im Süden zunehmend die montane Stufe besiedelt. Die Blattschneiderbiene meidet das aride Klima des südlichen mediterranen Raumes mit hohen Sommertemperaturen ebenso wie boreale und arktische Gebiete. Einzelfunde in der borealen Klimazone beziehen sich wahrscheinlich auf klimatisch begünstigte Regionen.

Quelle: Ruhnke (1998)


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